Fakt über die Ausbildung im Seminar

Fakten über die Ausbildung im Seminar

Schulen sind ein Ort, an dem junge Menschen nicht nur Wissen vermittelt bekommen, sondern auch die Möglichkeit zur vielfältigen Entwicklung haben, sei es soziale oder künstlerische Kompetenzen oder sei es die der eigenen Persönlichkeitsentfaltung. Dafür braucht es Lehrer*innen, die nach Rudolf Steiner „Menschen der Initiative im großen und kleinen Ganzen“ sind, die innerlich stets in Bewegung und im lebendigen Prozess der Erziehungs- und Bildungsaufgabe der heranwachsenden Generation bleiben. Also Menschen, die bereit sind, sich mit ihren Schüler*innen auf einen beweglichen, lebendigen Lernprozess einzulassen.

Auf den folgenden Seiten informieren wir Sie über die Möglichkeiten der berufsbegleitenden Ausbildung zur Waldorflehrer*in im nordbayerischen Raum. Bei der Teilnahme am nordbayerischen Seminar handelt es sich um eine postgraduale Weiterbildung.

Struktur des berufsbegleitenden Seminars

Der Verein „Nordbayerische Seminare für Waldorfpädagogik e.V.“ wurde im April 2012 in Nürnberg gegründet. Sein Ziel ist die Förderung der Waldorfpädagogik durch das Angebot unterschiedlicher Ausbildungsmöglichkeiten in der nordbayerischen Region. Zum Seminare-Verbund des Vereins gehören

  • das Pädagogische Seminar an der Rudolf-Steiner-Schule Nürnberg mit einem einjährigen Vollzeitkurs und den Ausbildungszielen Klassenlehrer*in/Fachlehrer*in/Werklehrer*in
  • das Lehrer*innen- und Erzieher*innen-Seminar Würzburg mit einem zweijährigen berufsbegleitenden Kurs plus Praxisjahr für Lehrer*innen und einem dreijährigen berufsbegleitenden Kurs für Erzieher*innen
  • das „Wanderseminar“ mit einem zweijährigen berufsbegleitenden Kurs plus Waldorfschulpraxis
  • die Berufsfachschule für Eurythmie Nürnberg

Diese Ausbildungsstätten und alle nordbayerischen Waldorfschulen sowie weitere waldorfpädagogische Einrichtungen (Kindergärten) bilden als korporative Mitglieder, neben persönlichen Mitgliedern, den Verein.

Im Vereinsorgan des Beirats nehmen die Mitgliedsschulen die Ausbildung des „Wanderseminars“ beratend und anregend wahr. Einen besonderen Stellenwert hat das „Wanderseminar“, das ein spezifisches Seminar des Vereins ist, während die anderen Seminare (s.o.) eigene Träger und eigene Satzungen haben. Mit dem „Wanderseminar“ setzen die Nordbayerischen Seminare für Waldorfpädagogik e.V. den Impuls der Waldorflehrer*innen-Ausbildung in enger Zusammenarbeit mit den Schulen in der Region um.

In Satzung und Studienordnung werden alle organisatorischen und studienbezogenen Dinge geregelt. Das Leitungsgremium des „Wanderseminars“ wird durch die sog. Steuerungsgruppe gebildet, die sich aus dem vierköpfigen Vorstand sowie ein bis zwei Dozent*innen des Seminars zusammensetzt, welche über Erfahrungen in der Selbstverwaltung verfügen.

Ziel ist es, Ausbildungsbedürfnisse in der Region wahrzunehmen und entsprechende Angebote zu machen.

Seminarinhalte/Curriculum

Inhaltlich basiert die Ausbildung auf den Säulen

  • Grundlagenstudium der Menschenkunde, basierend auf den waldorfpädagogischen Texten Rudolf Steiners
  • methodisch-didaktische Seminarbesprechungen und -übungen
  • künstlerisch-praktische Kurse
  • mentorierte Einarbeitung in den einzelnen Schulen und eigene Unterrichtspraxis
  • schriftliche Reflexion der Waldorfpädagogik in der Seminararbeit

In den Grundlagenkursen werden die anthroposophischen Inhalte, also die Menschenkunde nach Rudolf Steiner und die Erkenntnistheorie im Sinne der Goetheschen Weltanschauung vermittelt.

Die methodisch-didaktischen Seminarkurse vermitteln Kenntnisse von Lehrplan und Praxis der Waldorfschule, wobei die goetheanistische Betrachtungsweise und eine symptomatologische Erkenntnishaltung erübt und menschenkundliche Forschungen einbezogen werden.

Im zweiten Jahr werden darüber hinaus Einblicke in die Sozialgestalt einer selbstverwalteten Waldorfschule sowie das Konzept der Dreigliederung des sozialen Organismus Rudolf Steiners gegeben.

Künstlerische Kurse in Eurythmie, Sprachgestaltung, Malen, Musik und Plastizieren finden epochenweise an aufeinanderfolgenden Seminarwochenenden statt.

Zielgruppe/Teilnahmevoraussetzungen

Für den berufsbegleitenden Kurs des nordbayerischen Seminars ist grundsätzlich eine Lehramtsqualifikation, also das 1. oder 2. Staatsexamen, notwendig, da diese Ausbildung eine postgraduale Weiterbildungsmaßnahme darstellt.

Ausbildung an der Schule

Als berufsbegleitender Kurs vor allem für neu an Waldorfschulen angestellte Lehrer*innen  kommt der schulischen Einarbeitung als mentorierte Praxis-Ausbildung eine wesentliche Bedeutung zu. Im Unterschied zu anderen berufsbegleitenden Seminaren ist hier das Praxisjahr in den beiden Kursjahren bereits integriert. Hospitationen durch das Seminarkollegium sind auf Antrag möglich.

Die in den Schulen gemachten Beobachtungen und Einschätzungen durch die Mentor*in fließen in die Gesamtbewertung des Abschluss-Diploms ein.

Externe Teilnehmer*innen haben mindestens 180 Std. Schulpraktikum an einer Waldorfschule nachzuweisen. Die Seminarist*innen haben mit gezielter Fragestellung – nach Absprache – ihre Unterrichtserfahrungen berichtsweise zu dokumentieren. Jeder Seminarist*in wird eine Dozent*in als Ansprechpartner*in zugeordnet.

Ablauf der Seminarwochenenden

Die Kurswochenenden sind so gelegt, dass die beiden Kurse – 1. Jahr und 2. Jahr – aus schulplanerischen Gründen zeitgleich, aber an verschiedenen Waldorfschul-Orten, durchgeführt werden. Es gilt dabei der folgende Stundenplan:

Freitag    15:00 – 16:30 Grundlagen-Kurs
  16:45 – 18:30 Künstlerischer Kurs 1
  18:30 – 19:15 Abendbrotpause
  19:15 – 21:30 Methodisch-didaktischer Kurs
Samstag    09:00 – 10:30 Grundlagen-Kurs
  10:45 – 12:30 Methodisch-didaktischer Kurs
  12:30 – 13:30 Mittagspause
  13:30 – 15:00 Künstlerischer Kurs 2
  15:30 – 17:00 Methodisch-didaktischer Kurs

Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeiten werden von der Waldorfschule, an der das jeweilige Kurswochenende stattfindet, organisiert.

Abschluss der Ausbildung

Seminarist*innen, die die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Unterrichtstätigkeit an einer Freien Waldorfschule erfüllen und den Ausbildungsgang nach der Studienordnung absolviert haben, erhalten nach erfolgreicher Teilnahme ein Diplom. Dafür sind die ordnungsgemäße Führung des Studienbuchs, Praktika, künstlerischer Seminarabschluss sowie eine Seminararbeit erforderlich.

Geschichte/Entstehung des Seminars

Bei der Einrichtung des so genannten „Wanderseminars“ im April 2012 war der leitende Gedanke, eine regionale und zugleich schulintegrative Waldorflehrer*innen-Ausbildung zu initiieren. Zielgruppe sollten vornehmlich Lehrer*innen sein, die bereits an einer nordbayerischen Waldorfschule eine Anstellung gefunden, aber bislang noch kein waldorfpädagogisches Studium absolviert haben. Mit dem berufsbegleitenden Wochenend-Kurs, der auf die schulische Eingebundenheit, aber auch auf regionale Entfernungen eingeht, wurde ihnen so eine berufsbegleitende Ausbildungsmöglichkeit geschaffen. Die Kurse werden in den neun Waldorfschulen der Region – Coburg, Erlangen, Haßfurt, Hof, Nürnberg, Regensburg, Wendelstein, Wernstein, Würzburg – durchgeführt. So kommt in wechselnder Folge das Seminar immer wieder den Lehrer*innen  in der jeweils eigenen Schule entgegen und wird dort als Bildungsimpuls wahrgenommen.

Der Seminarkurs steht auch externen Teilnehmer*innen offen, die sich berufsbegleitend waldorfpädagogisch orientieren wollen.

FAQ

Welche Qualifikation muss ich für den berufsbegleitenden Kurs „Wanderseminar“ mitbringen?

Für den berufsbegleitenden Kurs des „Wanderseminars“ ist grundsätzlich eine Lehramtsqualifikation – 1. oder 2. Staatsexamen – mitzubringen. Die Ausbildung ist eine postgraduale Weiterbildungsmaßnahme. In Bayern etwa wird ein staatlicher Abschluss i.o. Sinn gefordert.

Was kostet die Teilnahme am Kurs?

Die Kursgebühr für die zwei Studienjahre liegt derzeit bei € 2.400 für externe Teilnehmer*innen. Teilnehmer*innen, die bereits eine Anstellung an einer Waldorfschule gefunden haben, werden über die Mitgliedschaft der Schule finanziert.  Hinzu kommen die Kosten für die Unterkunft (in der Regel kollegial organisiert) und ein Verpflegungsbeitrag von € 15 je Wochenende.

Wann beginnt ein Kurs?

Beginn eines neuen Kurses ist ein Wochenende des Monats Oktober. Das jeweilige Datum wird im entsprechenden Kursprogramm angekündigt.

Pro Schuljahr sind 10 Kurswochenenden angesetzt.

Wann muss ich mich anmelden?

Lehrer*innen, die an Waldorfschulen tätig sind, werden durch ihre Schulen angemeldet. Auch eigene Initiative ist erwünscht. Externe Teilnehmer*innen können sich noch bis zum 1. Oktober anmelden.

Wohin kann ich mich mit Fragen zu Anmeldung, Studienordnung, Kursplan etc. wenden?

Die Geschäftsstelle des Nordbayerischen Seminars („Wanderseminar“) befindet sich in der Rudolf Steiner-Schule Nürnberg, Steinplattenweg 25.

Ansprechpartner sind Frau Peggy Spitzhirn (Sekretariat, Telefon: 0911-5986 206) und Christoph Wegener (Pädagogisches Seminar, Telefon:   0911-5986 163).

Die Anmeldung kann an nbs@waldorfseminar-nordbayern.de oder Fax 09131-614 97 99 gesendet werden.

Die Teilnehmer*innen werden durch die Geschäftsstelle regelmäßig informiert und können sich dorthin auch mit Fragen und anderen Anliegen wenden.

Wie wird das Nordbayerische Seminar („Wanderseminar“) organisiert?

Die Seminarleitung erfolgt durch die sog. „Steuerungsgruppe“, der neben dem vierköpfigen Vorstand weitere Dozent*innen angehören. Die Steuerungsgruppe arbeitet nach eigener Geschäftsordnung in regelmäßigen Treffen.

Die Seminarkonferenz aller Dozent*innen trifft sich turnusmäßig. Sie führt interne Fortbildungen der Dozent*innen durch, dient der gemeinsamen Reflexion der Arbeit und beschließt über den Teilnahmeerfolg.

Als weiteres Organ gibt es den Beirat der nordbayerischen Waldorfschulen. Er setzt sich aus Delegierten der Schulen zusammen und trifft sich ebenfalls regelmäßig, um das Seminargeschehen zu begleiten und zu impulsieren. Ein Mitglied des Beirats ist am jeweiligen Kurswochenende in seiner Schule als „Gastgeber“ des Wanderseminars anwesend.

In den Kursen arbeiten die gewählten Kurssprecher*innen mit Geschäftsstelle und Steuerungsgruppe zusammen. Sie übernehmen Teile der kursinternen Organisation (etwa Übernachtungen) und vertreten Interessen der Kurse bzw. einzelner Kursteilnehmer*innen.

Das Nordbayerische Seminar ist Mitglied des Ausbildungsverbundes Bayern und der Seminarekonferenz der Berufsbegleitenden Seminare im Bund der Freien Waldorfschulen in Deutschland. 

Wie werden die Kurse des Wanderseminars organisiert?

Da in einem zweijährig angelegten Seminar zwei Kurse parallel (1. Jahr und 2. Jahr) stattfinden, ist der Kursplan so angelegt, dass beide Kurse stets am selben Wochenende, aber in verschiedenen Kursorten durchgeführt werden.

Sind Fehlzeiten kompensierbar?

Grundsätzlich sind zur Diplomierung der Kursteilnahme mindestens 80 % der vorgesehenen Kurs-Stunden zu besuchen. Dies ist in einem Studienbuch zu dokumentieren. Bei Unterschreitung wird eine Teilnahme-Bescheinigung gegeben.

Es ist in Absprache mit der Dozent*innen-Konferenz und der Steuerungsgruppe möglich, ein versäumtes Kurswochenende im Folgejahr nachzuholen, so dass bei Nachweis der belegten Kurs-Zeiten nachdiplomiert werden kann.

Ist ein Quereinstieg möglich?

Ein Quereinstieg ist in der Regel nicht möglich. Über die Aufnahme von Teilnehmer*innen aus anderen Seminaren wird im Einzelfall entschieden.

Wie sehen für externe Teilnehmer*innen die Einstellungschancen an einer Waldorfschule aus?

Die Einstellungs-Situation für ausgebildete Waldorflehrer*innen ist derzeit bundesweit sehr günstig, weil viele Schulen vor einem Generationswechsel stehen. Stellenangebote der Schulen finden sich monatlich in der Zeitschrift „Erziehungskunst“ www.erziehungskunst.de, auf der Webseite des Bundes der Freien Waldorfschulen www.waldorfschule.de, bei der bayrischen LAG der Waldorfschulen www.waldorf-bayern.de oder auch beim Waldorfideenpool www.waldorf-ideen-pool.de.

Welche Leistungen muss ich zur Erreichung des Zertifikats (Diplom) erbringen?

Zunächst gilt die durch das Studienbuch belegte Teilnahme an den Kurswochenenden. Sie muss zu mindestens 80 Prozent nachgewiesen werden.

Abgesehen von persönlicher Vor- und Nachbereitung der Seminarkurse ist als Seminararbeit eine ca. 15 bis 20seitige schriftliche Arbeit vorzulegen, die sich aus waldorfpädagogischer Sicht mit einem frei gewählten Thema auseinandersetzt. Dies kann grundsätzlicher, aber auch unterrichtsreflektierender Art sein. Die Seminararbeit wird von einer erfahrenen Lehrer*in mentoriert und durch die Seminarkonferenz aufgrund ihres Votums bewertet.

Da die schulpraktische Berufseinführung ein Teil der Waldorflehrer*innen-Ausbildung des Wanderseminars ist, fließt auch das Votum der schulischen Mentor*innen in die Gesamtbewertung mit ein. Bei externen Teilnehmer*innen gilt die Beurteilung der Schule, in der das Schulpraktikum absolviert wurde.

Wie sieht der schulpraktische Teil für externe Teilnehmer*innen aus?

Externe Teilnehmer*innen haben 6 Wochen (mindestens 180 Stunden) Schulpraktikum an einer Waldorfschule nachzuweisen. Dies ist durch die versetzten Ferienzeiten in den einzelnen Bundesländern, aber auch an einer bayerischen Schule möglich.

Als Oberstufenlehrer*in – was bringt mir das „Wanderseminar“?

Der Kurs des „Wanderseminars“ ist als aufbauende ganzheitliche Einführung in die Waldorfpädagogik zu verstehen. Der Oberstufenlehrer*in mit ihrer in der Regel fachspezifischen Qualifikation erschließt sich so - neben den Einführungen in oberstufengemäße Erkenntnisansätze goetheanistischer und symptomatologischer Art - der gesamte Entwicklungsweg der Waldorfschüler*innen. Nach Rudolf Steiner „sei der Lehrer ein Mensch mit Interesse für alles weltliche und menschliche Sein“. In diesem Sinne steht die Waldorflehrer*in in der schulischen Selbstverwaltung und Verantwortung als Mitglied der Lehrer*innen-Konferenz in der ganzen Schule - von der ersten bis zur 13. Klasse -, denn die übliche Dreigliederung des Schulwesens und die damit verbundene Schulart-Trennung besteht in den Waldorfschulen nicht.

Kann ich mit einem Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit das Wanderseminar besuchen?

Leider nein. Das „Wanderseminar“ ist keine zertifizierte Weiterbildungsmaßnahme nach AZAV.

Ist das Diplom des „Wanderseminars“ staatlich anerkannt?

Nein, grundsätzlich gelten in Bayern für eine Unterrichtsgenehmigung nur staatlich anerkannte Abschlüsse.

Allerdings haben sich alle Waldorfschulen in Deutschland im Sinne einer eigenen Qualitätssicherung („Grundsätze der Zusammenarbeit der Schulen und Ausbildungsstätten im Bund der Freien Waldorfschulen“) verpflichtet, ihre Lehrer*innen waldorfpädagogisch auszubilden bzw. nur mit entsprechend qualifizierten Lehrer*innen zu arbeiten. In diesem Sinne ist das Wanderseminar eine vom Bund der Freien Waldorfschulen anerkannte Ausbildungsstätte.

In einigen Bundesländern wird aber mittlerweile für die Genehmigung einer Waldorflehrer*in neben den üblichen staatlich anerkannten Studienabschlüssen eine waldorfspezifische Ausbildung verlangt.

Muss ich Anthroposoph sein/werden, um an einer Waldorfschule zu arbeiten?

Nein. Die Mitgliedschaft in der Anthroposophischen Gesellschaft ist eine freie Entscheidung eines jeden Einzelnen. Sie wird nicht von einer Bewerber*in an einer Waldorfschule verlangt.

Da der waldorfpädagogischen Menschenkunde (Anthropologie) aber anthroposophische Erkenntnisse der Biografik zugrunde liegen und die Beachtung der Entwicklungsphasen des 2. und 3. Jahrsiebts (Schulzeit) für den Waldorflehrer grundlegend ist, ist es unabdingbar, sich mit der von Rudolf Steiner begründeten Waldorfpädagogik seminaristisch auseinanderzusetzen.

Im schulischen Unterricht sind seit Gründung der ersten Freien Waldorfschule 1919 in Stuttgart anthroposophische Inhalte untersagt, sie sind also nicht Inhalt des Lehrplans. Darauf hat Rudolf Steiner das erste Lehrerkollegium verpflichtet.

Worin unterscheidet sich eigentlich Waldorfpädagogik von anderer Pädagogik?

Waldorfpädagogik geht vom Gedanken der Entwicklungsunterstützung aus. Schule begleitet nach diesem Verständnis den heranwachsenden Menschen auf dem Weg zur Selbstkompetenz. Die Sinnfrage des eigenen Lebens ist zunächst der Lehrer*in bewusst und wird mehr und mehr von dem zu persönlicher Freiheit reifenden Menschen ergriffen. Pädagogik und Unterricht dienen in diesem Sinne dem Individuationsprozess. Jede Waldorflehrer*in ist sich bewusst, dass das Ich der Schüler*in unantastbar ist.